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Dank sei dem Vater für seinen Segen


David B. Goldberg, M.A.

Nissan Goldberg, mein ältester Cousin, verstarb am Silvester als Opfer des Coronavirus’. Er wurde vor rund 70 Jahren in Haifa geboren und war der Sohn von Holocaust-Überlebenden in Polen. Auch seine Ehefrau und die beiden Söhne wurden als positiv getestet. Yedioth Ahronoth berichtet, dass 900 Überlebende der Schoah als Folge von Corona in Israel gestorben sind (ynet.co.il, 26.01.20).

Turbulente Zeiten haben Millionen von Menschen eine Tragödie durchleben lassen. Ob es der Verlust eines Verwandten ist oder der Verlust der Arbeit, Trauer und Existenzängste sind furchtbare Lasten zu tragen.

Während dieser Zeit blickte Israel nervös auf den Regierungswechsel in den USA. Die Israelis befürchten eine Rückkehr zu den Strategien des vorherigen Präsidenten Barack Obama, der Israel tadelte, aber die Palästinensische Autonomiebehörde verhätschelte, nun da sein einstiger Vizepräsident selber Präsident wurde.

Obwohl Joe Biden während seiner 48-jährigen politischen Karriere zeitweise Israel zugeneigt war, so war er als Vizepräsident kein Freund von Israel.

Israel wird Präsident Donald Trump für immer dankbar sein, der als das Oberhaupt der einflussreichsten Demokratie auf der Welt Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannte und die US-Botschaft dorthin umsiedelte. Viele sogenannte befreundete Nationen weigern sich immer noch stur und scheinheilig, dies zu tun.

Trump hat auch Israels Souveränität für die Golanhöhen anerkannt sowie die Rechtmäßigkeit der wieder aufgebauten, uralten jüdischen Ortschaften in Judäa und Samaria.

Und wichtig ist auch, dass er die Bedrohung seitens des Irans vermindert hat. Es ist sehr zweifelhaft, dass die Strategie Trumps weiterverfolgt wird.

Wie soll man in Zeiten der Unsicherheit und Ambivalenz darauf reagieren? Viele Jahre lang habe ich meine täglichen Gebete mit den Worten abgeschlossen: „Danke, Vater, für deinen Segen.“ Selbst an trostlosesten Tagen können wir noch Segen finden. Das sagen auch Psychologen und ermutigen ihre Patienten, jeden Tag etwas Positives zu entdecken, um besser mit dem Leben zurecht zu kommen.

Juden fügen noch den geschichtlichen Aspekt hinzu und erinnern sich an die Wunder Gottes, als er sein Volk durch die gesamte biblische Zeit hindurch und während der letzten 2000 Jahre beschützt hat. Sie finden Stärke in der Vergangenheit, blicken aber gleichzeitig nach vorne. Der jüdische Philosoph Viktor Frankl schrieb, dass diejenigen, die Auschwitz überlebten, Sinn darin fanden, eine unerschütterliche Vision und Hoffnung für die Zukunft zu bewahren.

Die Worte von Paulus aus dem Neuen Testament widerhallen hier: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen“ (1. Thess. 5, 16-18).

Ich glaube, dass Gott Gebete hört und beantwortet. Selbst Tage voller Furcht wie diese werden vergehen.

– Red.