US-Präsident Donald Trump, Sprecher der Knesset Amir Ohana, und der israelische Präsident Isaac Herzog im israelischen Parlament am 13. Oktober 2025.
_
Die Knesset (Israels Parlament) war am 13. Oktober voll von Bibelzitaten. Der Knesset-Sprecher Amir Ohana und Oppositionsführer Yair Lapid sprachen, gefolgt vom israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu und schließlich dem Ehrengast, US-Präsident Donald Trump. Alle erwähnten die Bibel in ihren Reden vor dem begeisterten Publikum aus Parlamentsmitgliedern, ausländischen Würdenträgern und einer Schar von Journalisten.
Die Sondersitzung wurde einberufen, um die Freilassung der letzten 20 lebenden Geiseln aus der Gefangenschaft in Gaza an diesem Tag zu feiern und US-Präsident Donald Trump für seine entscheidende Rolle bei ihrer Freilassung zu danken.
Ungewöhnlicherweise veröffentlichte die Jerusalem Post an diesem Morgen eine Schlagzeile auf der Titelseite aus dem Neuen Testament: „Gott segne den Friedensstifter“ (eine Umschreibung von Matth. 5, 9).

Die Titelseite der Jerusalem Post vom 13. Oktober 2025.
Oppositionsführer Lapid berief sich auf die alten jüdischen Weisen der Mischna, um Trump zu loben: „Wer eine einzige Seele zerstört … wird betrachtet, als ob er die ganze Welt zerstört hätte. Und wer eine einzige Seele rettet … wird betrachtet, als ob er die ganze Welt gerettet hätte“ (Sanhedrin 4, 5).
„Wir müssen uns nun dessen würdig erweisen, was erreicht wurde. Seit seiner Gründung hat Israel der Welt immer gesagt, dass unsere Stärke, unsere Macht, auf unseren Werten beruht“, sagte er.
„Der Nahe Osten ist unsere Heimat. Wir sind hier, um zu bleiben. Unsere Geschichte endete nicht in der Bibel. Sie begann dort. Sie setzt sich in unseren Laboren und Universitäten, in unseren Innovationszentren fort. Hamas, Iran und die Huthis, sie alle lesen die falschen Geheimdienstberichte. Der wahre Geheimdienstbericht über Israels Absichten findet sich im Buch Genesis: ‚Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land geben, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz und will ihr Gott sein‘ (17, 8). Wir rufen den Nationen der islamischen Welt und all unsern Nachbarn, Saudi-Arabien, Syrien und andern zu. Wir sind hier, um zu bleiben. Gemeinsam können wir Großes vollbringen.“
Premierminister Netanyahu bezog sich auf das Buch Prediger, das in dieser Woche in jüdischen Gemeinden weltweit gelesen wurde: „Es ist nicht ein Buch der Tat. Es ist ein Buch der Meditationen, des Denkens, eine Perspektive auf das Leben und den Tod. Und in diesem Buch lesen wir die unsterblichen Worte König Salomos: ‚Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde … Lieben hat seine Zeit, Hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit‘ (3, 1.8). Die letzten 2 Jahre waren eine Zeit des Krieges. Die kommenden Jahre werden hoffentlich eine Zeit des Friedens sein. Frieden in Israel und Frieden außerhalb Israels.“
Er bezog sich auch auf „biblische Wunder“, die in den vergangenen 2 Jahren zum Sieg geführt haben, und auf die richtigen Entscheidungen von Trump. Später an diesem Tag sprach er erneut über das Nebeneinander von Krieg und Frieden und zitierte Psalm 29, 11: „Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.“
Präsident Trump rief den „Allmächtigen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ an und zitierte die Psalmen: „Der Gott, der einst unter seinem Volk in dieser Stadt wohnte, ruft uns noch immer mit den Worten der Heiligen Schrift auf, ‚Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!‘ (34, 15). Er flüstert noch immer die Wahrheit über die Hügel und Täler seiner großartigen Schöpfung und pflanzt noch immer Hoffnung in die Herzen seiner Kinder auf der ganzen Welt.
Und deshalb hat das Volk Israel auch nach 3.000 Jahren voller Schmerz und Konflikte nie aufgegeben – weder angesichts der Bedrohungen des Zionismus, vor allen Arten von Bedrohungen – Ihr wollt die Verheißung Zions, Ihr wollt das Versprechen von Erfolg, Hoffnung, Liebe und Gott.“
Der Präsident sprach von „Glauben“ und einer „gesegneten Zukunft für uns alle“ und er erinnerte an „das Herz [König] Davids“, um die Resilienz des jüdischen Volkes zu beschreiben.
Einzigartig unter den Nationen war es eine festliche Zusammenkunft von Politikern und Führungspersönlichkeiten der Welt, eingehüllt in biblische Themen der Verheißung.