{"id":2106,"date":"2018-03-03T22:55:22","date_gmt":"2018-03-03T20:55:22","guid":{"rendered":"http:\/\/lhashivah.org\/?p=2106"},"modified":"2020-06-03T11:43:38","modified_gmt":"2020-06-03T11:43:38","slug":"jerusalem-a-burdensome-stone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hashivah.org\/de\/jerusalem-a-burdensome-stone\/","title":{"rendered":"Laststein Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"dropcap dropcap3\">J<\/span>a, Jerusalem \u2013 seit \u00fcber 3000 Jahren Gottes irdische Wohnst\u00e4tte (Ps. 46, 5; 48, 2) und des j\u00fcdischen Volkes Hauptstadt. <\/p>\n<p>Seit nun 50 Jahren ist es eine v\u00f6llig wiedervereinigte Stadt, nach einer teilweisen islamischen Besetzung. Jordanien (von den Briten aus dem Nichts geschaffen) hatte von 1948-1967 einen Teil Jerusalems besetzt und zerst\u00f6rte mutwillig 58 jahrhundertealte Synagogen und Jeschiwot (rabbinische Theologieschulen) darin, sch\u00e4ndete sogar 38.000 j\u00fcdische Gr\u00e4ber.<\/p>\n<p>Auf meinen Vortragsreisen 2017 in Deutschland, Schweden und D\u00e4nemark habe ich im Detail \u00fcber Jerusalem gesprochen, ein wochenlanges Seminar zu einem Vortrag reduziert. Ich behandelte das gegenw\u00e4rtige, das zuk\u00fcnftige unter 1000 Friedensjahren und das Himmlische Jerusalem, das zur Erde kommen wird. Die Rabbiner, die durch geistliche Offenbarung auf Jerusalem stets im Plural (hebr. Jeruschalajim) hinweisen, sagen: \u201eWer das irdische Jerusalem missachtet, hat auch an dem Himmlischen keinen Anteil.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl das Jerusalem, das wir alle kennen, f\u00fcr Juden und Christen speziell von biblischer Konsequenz ist, hatte es seit den Tagen Abrahams f\u00fcr die ganze Welt beeinflussende Bedeutung. Ich will hier einen Gedanken der Gegenwart behandeln: Gem\u00e4\u00df Sacharja 12, 2-3 wird Jerusalem zum \u201eTaumelbecher\u201c und zum \u201eLaststein\u201c f\u00fcr alle V\u00f6lker werden, und \u201ees werden sich alle Heiden auf Erden wider sie versammeln.\u201c Man braucht nicht sehr religi\u00f6s zu sein, um die Entwicklungen zu erkennen, die in unseren Tagen zunehmend stattfinden, einschlie\u00dflich Kriegsvorbereitungen gegen Israel.<\/p>\n<p>Auf Grund der Historie und bestehender Fakten entschied Pr\u00e4sident Donald Trump der USA am 6. Dezember 2017, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Sofort beschloss eine Majorit\u00e4t von Staaten in der UNO (128 aus 193) diese Anerkennung als ung\u00fcltig zu erkl\u00e4ren, darunter auch 22 der 28 EU-Staaten. Es gab Massendemonstrationen und m\u00f6rderische Ausschreitungen rund um die Welt. Der ohnehin kaum verborgene Antisemitismus flammte auf. <\/p>\n<h2>Deutsche Freundschaft<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap dropcap3\">D<\/span>eutschland war unter den Nationen, die Jerusalem als Hauptstadt des j\u00fcdischen Volkes ablehnten. Hier m\u00f6chte ich daran erinnern, dass der fr\u00fchere Bundeskanzler Helmut Kohl, wie auch die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel, oftmals erkl\u00e4rt hatten, dass Deutschland und Israel gem\u00e4\u00df schicksalsschwerer Geschichte verbunden sind, was \u201eunverhandelbar\u201c gilt, auch f\u00fcr Israels Sicherheit. Sprechen hier nicht Taten lauter als Worte?<\/p>\n<p>Und wenn ich als Holocaust\u00fcberlebender beobachte, wie ein Volk, das den Tod von \u00fcber 6 Millionen Juden verursachte, jetzt \u00fcber eine Million Menschen in sein Land lie\u00df, von denen viele zu denen geh\u00f6ren, die klar sagen, dass sie alle Juden umbringen wollen \u2013 was kann ich zu geschehen erwarten? Deutschland hatte vor dem Genozid weniger als 600.000 Juden. <\/p>\n<p>Im April 2017 besuchte der deutsche Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel den j\u00fcdischen Staat. Er behauptete vor israelischen Parlamentsmitgliedern, dass Israel den pal\u00e4stinensischen Arabern nicht gen\u00fcgend Wasser gibt. Fakten beweisen jedoch, dass Israel viel mehr liefert (ebenso an Jordanien) als es vertragsm\u00e4\u00dfig verpflichtet ist. Und das, trotzdem die Pal\u00e4stinensische Autonomie durch ihre unkontrollierte Abw\u00e4sser und falsche Bohrungen die Wasserversorgung verdirbt.<\/p>\n<p>Eine andere deutlich antisemitische \u00c4u\u00dferung dieses Bundesministers kam Mitte Dezember, als er vor einer Gruppe von Muslimen in Berlin erkl\u00e4rte, dass Israels Verh\u00e4ltnis zu den Arabern ihn an die Apartheid S\u00fcdafrikas erinnert. Eine absurde Verleumdung! <\/p>\n<p>Aus welchen Schmutzgruben bezieht dieser hohe Vertreter des deutschen Volkes und Staates seine L\u00fcgen? Er sollte dies wissen: Seit der Wiedervereinigung Jerusalems haben Mitglieder aller Religionen Zugang zu ihren religi\u00f6sen St\u00e4tten. Araber in Israel haben es besser als in islamischen L\u00e4ndern. In Israel arbeiten j\u00fcdische und muslimische \u00c4rzte und Krankenhauspersonal zusammen, und in Universit\u00e4ten gibt es j\u00fcdische und muslimische Studenten wie auch Lehrer. In Israel gibt es Muslime als Rechtsanw\u00e4lte und Richter bis in den h\u00f6chsten Gerichtshof. Die hohen Richter k\u00f6nnen sogar \u00fcber oder gegen milit\u00e4rische Handlungen beschlie\u00dfen. Muslime haben israelische Staatsangeh\u00f6rigkeit und Zugang zu allen sozialen Einrichtungen, wie jeder B\u00fcrger des Landes. <\/p>\n<h2>Gott wird den Angreifern begegnen<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap dropcap3\">W<\/span>ie ich andeutete, sieht man in dem Streit um Jerusalem eine deutliche Polarisierung der V\u00f6lker gegen Israel. Die UNO schreibt von den heiligsten j\u00fcdischen Pl\u00e4tzen Jerusalems bereits mit nur arabischen Bezeichnungen. Juden sollen hier nicht einmal bauen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6gen im Hinblick auf Kriegsvorbereitungen islamischer Staaten n\u00f6rdlich Israels und der zunehmenden Involvierung Russlands in denselben deutlich eine Entwicklung des prophezeiten Angriffs des Gog von Magog (Hes. 38 und 39) gegen Israel sehen \u2013 und der Streitgegenstand ist Jerusalem. M\u00fcssen wir uns f\u00fcrchten? Gott sagt: \u201eIch will ihn richten mit Pestilenz und Blut und will regnen lassen Platzregen mit Hagelsteinen, Feuer und Schwefel \u00fcber ihn und sein Heer und \u00fcber das gro\u00dfe Volk, das mit ihm ist\u201c (38, 22). <\/p>\n<p>Es hei\u00dft auch: \u201eZu der Zeit wird der Herr besch\u00fctzen die B\u00fcrger zu Jerusalem \u2026 Zu der Zeit werde ich gedenken zu vertilgen alle Heiden, die gegen Jerusalem gezogen sind\u201c (Sach. 12, 8-9). Dass Kriegsumst\u00e4nde solch apokalyptischen Ausma\u00dfes auch f\u00fcr Israel gewisse Leiden innehaben werden, ist nicht ausgeschlossen. Es k\u00f6nnte hier eschatologisch noch mehr gesagt werden, aber ich will es bei diesen Andeutungen belassen. <\/p>\n<h2>Glaubensm\u00fcde oder kleingl\u00e4ubig?<\/h2>\n<p><span class=\"dropcap dropcap3\">E<\/span>ine Beobachtung: Als 1948 der j\u00fcdische Staat Israel wieder entstand, predigte man in den meisten freikirchlichen Gemeinden von vorausgesagten Endzeitereignissen. Das hat heute gr\u00f6\u00dftenteils aufgeh\u00f6rt. Warum? Hat die Bibel sich nach 70 Jahren ge\u00e4ndert? <\/p>\n<p>Oder hat das mit der Ersetzungslehre (wodurch Christen sich zum \u201eneuen Israel\u201c machten) zu tun? Man m\u00fcsste sonst kirchlicherseits ja auch manches Hoffnungsvolle von Israel, den Juden, sagen \u2013 aber da zieht man lieber Verk\u00fcndigung von Strafenandrohungen (lange gewesene Ereignisse) vor, \u201edamit die Juden dann die christliche Lehre annehmen\u201c. Also immer noch mit Schwert und Spie\u00df die Juden zu bekehren. Oder sind manche Kirchen zu \u201eschlafenden Jungfrauen\u201c geworden? Man k\u00f6nnte solche an die Worte Jesu erinnern: \u201eWenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, dass er auch werde Glauben finden auf Erden?\u201c (Luk. 18, 8).<\/p>\n<p>Lasst mich mit einer glaubensfrohen Note enden: \u201eFreuet euch mit Jerusalem und seid fr\u00f6hlich \u00fcber sie, alle, die ihr sie liebhabt. Freuet euch mit ihr, alle, die ihr \u00fcber sie traurig gewesen seid\u201c (Jes. 66, 10 uff).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, Jerusalem \u2013 seit \u00fcber 3000 Jahren Gottes irdische Wohnst\u00e4tte (Ps. 46, 5; 48, 2) und des j\u00fcdischen Volkes Hauptstadt. Seit nun 50 Jahren ist es eine v\u00f6llig wiedervereinigte Stadt, nach einer teilweisen islamischen Besetzung. 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