Artikel Featured

Frieden in unserer Zeit?


Dr. Mordechai Kedar

Dr. Mordechai Kedar, 73, Arabist an der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv, gibt gerne Interviews für arabische Nachrichtenmedien. Der Professor spricht fließend Arabisch und ist bekannt für seinen furchtlosen, kämpferischen Stil gegenüber seinen muslimischen Gesprächspartnern. Er kontiert ihre Übertreibungen und ihre Aggressivität mit Schlag um Schlag.

Wenn seine Interviewer erfundene Vorwürfe gegen Israel erheben und behaupten, Israel habe kein Recht auf irgend welches Land im Nahen Osten, antwortete er bekanntlich, dass die Juden die Thora und die Worte der Propheten in ihrem eigenen Land niederschrieben, während die Vorfahren Mohammeds (dem Gründer des Islam) noch Tausend Jahre lang Götzen in der Wüste anbeteten, Schnaps tranken (praktizierende Muslime rühren keinen Alkohol an) und ihre Töchter lebendig begruben.

Al Jazeera und andere arabische Nachrichtenmedien laden ihn jedoch ein, da sein Auftreten hohe Einschaltquoten garantiert.

Der Frieden ist nicht nachhaltig

Kedar ist nicht vage. Er erklärt, dass er nicht an Frieden im Nahen Osten glaubt.

Der Grund für diese Haltung ist der Glaube. Allerdings nicht der jüdische Glaube: Es ist der Islam, der den Frieden verhindert.

Die Muslime beherrschten einst die gesamte Mittelmeerküste und darüber hinaus. Daher betrachten sie die gesamte Region als Teil ihres Waqf (dauerhaftes islamisches Eigentum). Ein Land kann von Ungläubigen (d. h. Nicht-Muslimen) regiert werden, wenn die Muslime zu schwach sind, es zurückzuerobern, aber dies wird als vorübergehender Zustand betrachtet.

Abkommen, die Muslime mit Nicht-Muslimen schließen, können niemals dauerhaft sein. Solch ein Abkommen (Hudnah) bestand im 7. Jahrhundert mit den Juden von Khaybar. Im Jahre 628 wurde diese Hudnah beendet, als Mohammed die Juden besiegte. Er erhob dann eine 50%ige Jizya (Ungläubigensteuer) von den Juden.

Kedar betont, dass es ungeachtet jeglicher Abkommen unvermeidlich ist, dass der Krieg mit den Arabern wieder aufflammt. Selbst wenn diese Generation der Araber im Nahen Osten friedliche Beziehungen mit Israel aufrechterhalten würde, gibt es keine Garantie, dass die nächste Generation es auch tun wird.

Frieden mit den Mitgliedern der Abraham Accords

Was ist mit den Unterzeichnern der Abraham Accords: Bahrain, Marokko, Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)? Sollten die Abkommen dann nicht ernstgenommen werden?

Diese Nationen sind vorwiegend sunnitische Muslime und glauben, dass, wenn Allah die Juden zerstören wollte, bräuchte er dazu nicht die Hilfe von Menschen, sondern könnte es alleine tun. Sie argumentieren, dass menschliches Eingreifen nicht nötig sei, um Allahs Plan auszuführen, daher seien Friedensverträge und Handel erlaubt.

Alternativen zum Frieden

Professor Kedar lehnt eine Zweistaatenlösung ab. Damit repräsentiert er die Mehrheit der Israelis, sowohl der Linken als auch der Rechten, die sich seit dem 7. Oktober 2023 gegen eine Zweistaatenlösung ausgesprochen haben.

Selbst jüdische Pazifisten, die an Projekten zur Förderung friedlicher Beziehungen zu palästinensisch-arabischen Nachbarn beteiligt waren, räumen nun ein, dass dies nicht realisierbar ist. Kedar und die meisten Israelis erkennen, dass sich ein palästinensischer Staat, selbst mit UN-Validierung und internationalen „Garantien“, schnell zu einem Terrorstaat an Israels Grenze verkommen würde, dessen Hauptziel die Auslöschung des jüdischen Staates wäre.

Die meisten Israelis, die in den Städten und Dörfern entlang der Grenze zu Gaza lebten, waren pazifistisch gesonnen, aber jetzt nicht mehr. Die Schrecken und Traumata des 7. Oktober waren zu groß; die Illusion ist der Realität gewichen.

Palästinensische Emirate

Einige geopolitische Experten haben vorgeschlagen, die arabischen Regionen entlang traditioneller Stammesgrenzen mit begrenzter Autonomie unter israelischer Souveränität zu verwalten. Kedar schlägt 7 arabische Bezirke entlang von Clanlinien vor, ähnlich wie in den VAE, wo mehrere Clans (wie Abu Dhabi und Dubai) verschmolzen sind.

Gaza und die Palästinensische Autonomiebehörde sind, genau wie Irak, Jemen, Libyen, Sudan und Syrien, gescheitert, argumentiert er, aufgrund der auferlegten Autorität eines Clans über andere.

Erfolgreiche arabische Staaten hingegen haben homogene, geeinte, auf Clans basierende Gesellschaften. Dazu gehören Kuwait (Sabah-Clan), Oman (Al Said Dynastie), Katar (Thani-Clan), Saudi-Arabien (Haus Saud) und die VAE (Abu Dhabis Nahyan-Clan).

Kedars Vorschlag wäre „ein Emirat in Hebron für die Hebron-Clans, ein Emirat in Jericho für den Arikat-Clan, ein Emirat in Nablus für die Nablus-Clans und so weiter für die 7 arabischen Städte in der Westbank, sowie eines im Gazastreifen“ (Sky News Arabic, Dr. Mordechai Kedar, 13.05.24, youtube.com/watch?v=Wm0zcboFuLo).

Ist solch ein Plan haltbar?

Nach dem Vorbild der VAE, wäre es möglich. Schließlich sind arabische Stammeszugehörigkeiten enorm mächtig, weit mehr als Treue gegenüber der Hamas oder der Palästinensischen Autonomiebehörde. Letztere behalten ihre Macht nur aufgrund ihrer militärischen Stärke.

Es besteht jedoch kein Zweifel, dass sowohl die Hamas als auch die PA, deren Herrschaft bedroht ist, einen solchen Plan gewaltsam ablehnen würden. Der Rest der muslimischen Welt sowie die meisten Nationen würden ihn ebenfalls nicht akzeptieren. Die Welt ist von der Zweitstaatenlösung als einziger Lösung berauscht, obwohl ein Jahrhundert Geschichte in der Region das Gegenteil beweist.

Jahrzehntelang sind wir bei LEMA’AN ZION der Ansicht, dass wir Zeugen eines Zivilisationskonflikts mit spirituellen Auswirkungen sind. Dies ist kein Krieg der Politik oder Geschichte, sondern ein Krieg gegen die Verheißungen und Prophezeiungen der Bibel und gegen ihren Autor, Gott selbst. Unsere Zuversicht gründet sich auf der Gewissheit, dass Sein Wort wahr ist und sich erfüllen wird. Frieden wird zu seiner Zeit kommen.